Studie legt nahe: Individuell dosiertes Vitamin D könnte das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt deutlich senken
Vitamin D ist vor allem für seine Bedeutung für Knochen und Immunsystem bekannt. Neue Forschungsergebnisse deuten nun darauf hin, dass das „Sonnenvitamin“ auch für das Herz eine wichtige Rolle spielen könnte – insbesondere bei Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben.
Auf den Scientific Sessions 2025 der American Heart Association stellten Forschende eine Studie vor, in der eine individuell angepasste Vitamin-D-Supplementierung untersucht wurde. Das Ergebnis: Teilnehmende, deren Vitamin-D-Spiegel regelmäßig kontrolliert und gezielt auf einen bestimmten Zielwert eingestellt wurde, hatten über mehrere Jahre hinweg ein deutlich geringeres Risiko für einen erneuten Herzinfarkt.
Der Hintergrund: Zwar ist seit Langem bekannt, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen. Frühere Studien konnten durch die pauschale Einnahme von Vitamin D jedoch keinen klaren Nutzen zeigen. Der neue Ansatz war deshalb ein anderer: Die Dosierung wurde individuell angepasst – abhängig vom gemessenen Vitamin-D-Blutwert. Ziel war ein Wert von über 40 ng/ml.
Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmenden benötigte dafür deutlich höhere Dosen als die üblicherweise empfohlenen Mengen. Über einen Zeitraum von rund vier Jahren zeigte sich: Das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt war in der Vitamin-D-Gruppe um mehr als 50 Prozent reduziert. Für andere schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse ergab sich zwar kein eindeutiger statistischer Effekt, der Trend war jedoch ebenfalls günstig.
Wichtig ist: Die Ergebnisse beziehen sich auf Menschen mit bereits bestehender Herzerkrankung. Ob eine individuell gesteuerte Vitamin-D-Einnahme auch gesunden Menschen vorbeugend helfen kann, muss in weiteren Studien noch untersucht werden. Klar ist jedoch schon jetzt: „One size fits all“ scheint bei Vitamin D nicht der richtige Weg zu sein – zumindest nicht für das Herz.
Quelle:
TARGET-D-Studie, vorgestellt bei den Scientific Sessions 2025 der American
Heart Association, New Orleans (Abstract Nr. 4382525)