Eine neue Analyse deutet darauf hin, dass es unter dem Abnehmmedikament Wegovy möglicherweise etwas häufiger zu einer seltenen Schädigung des Sehnervs kommen kann als unter dem Diabetesmedikament Ozempic. Beide Präparate enthalten denselben Wirkstoff: Semaglutid.
Untersucht wurde die sogenannte Ischämische Optikusneuropathie (ION). Dabei wird der Sehnerv durch eine Durchblutungsstörung geschädigt – ähnlich wie bei einem Schlaganfall im Gehirn. Die Folge kann ein plötzlicher Sehverlust bis hin zur Erblindung eines Auges sein.
Die Forschenden werteten Meldungen aus einer US-Nebenwirkungsdatenbank aus. Insgesamt waren solche Fälle sehr selten. Trotzdem zeigte sich ein Hinweis darauf, dass sie bei Wegovy häufiger gemeldet wurden als bei Ozempic. Ein eindeutiger Beweis für ein erhöhtes Risiko lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, da solche Meldedaten durch verschiedene Faktoren verzerrt sein können.
Warum der Wirkstoff möglicherweise eine Rolle spielen könnte, ist noch unklar. Diskutiert werden unter anderem Veränderungen des Blutdrucks oder der Durchblutung des Sehnervs.
Fachleute betonen deshalb: Die Ergebnisse sind ein erster Sicherheitshinweis, der weiter untersucht werden muss. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem, bei plötzlichen Sehproblemen sofort ärztlichen Rat einzuholen, insbesondere während einer Behandlung mit Semaglutid-haltigen Medikamenten.