Post Covid ist auch bei Kindern ein Thema!‎‎ ‎

06. Dez 2021

Post Covid ist auch bei Kindern ein Thema!‎‎ ‎

06. Dez 2021

Post Covid ist auch bei Kindern ein Thema!‎‎ ‎

Bei Kindern und Jugendlichen mit Covid-19 lag die Häufigkeit neu dokumentierter Diagnosen um rund 30 % höher als bei Kindern ohne Covid-19-Diagnose.

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Keine Hinweise auf eine Myokarditis bei Kindern:‎ Dennoch ist Post Covid ein Thema!‎‎ ‎

Im Kontext einer Magnetresonanztomografie wurde bei Erwachsenen nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung häufig eine entzündliche Veränderung beobachtet, die anders als bei Kindern, offenbar in der Regel zu einer Myokarditis führte. In einer Fallserie in ESC Heart Failure wurde bei einigen Kindern lediglich ein leichter Perikarderguss entdeckt, der vermutlich keine klinische Bedeutung hat.

Ein Vergleich zwischen Erwachsenen und Kindern: Aus Studien geht also hervor, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 bei Erwachsenen das Herz angreifen kann. Dementsprechend wurde teilweise ein deutlicher Anstieg des Troponins gefunden, der auf den Untergang von Herzmuskelzellen schließen lässt. In der kardialen Magnetresonanztomografie (Kardio-MRT) werden häufig Hinweise auf eine Entzündung des Herzmuskels deutlich. Auch ein ausgedehnter Perikarderguss ist keinesfalls selten. In einer Studie des Frankfurter Centre for Cardiovascular Imaging an der Universität Frankfurt hatten 78 von 100 Genesenen Befunde im Kardio-MRT, die Long-Covid mit erklären könnten.

Erste Studienergebnisse bei Kindern: Im Rahmen einer Untersuchung am Deutschen Herzzentrum in Berlin wurde der Forschungsfrage nachgegangen, ob es bei Kindern in der Erholungsphase nach COVID-19 zu ähnlichen Veränderungen kommt. Die Studie umfasst 18 Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, die sich zwischen November 2020 und Januar 2021 von einer COVID-19-Erkrankung erholten. Die Infektion war bei den Kindern mild, aber symp­tomatisch verlaufen: 61 % klagten über Müdigkeit 56 % über Fieber, 50 % über Atemwegssymp­tome, 44 % über Geruchs- und Geschmacksverlust, 39 % über Magen-Darm-Probleme und 17 % über Atemnot. Ein Multisystemisches Entzündungssyndrom (MIS-C), das durch eine verspätete Immunreaktion auf das Virus ausgelöst wird und häufig zu akuten kardialen Störungen führt, lag bei keinem Kind vor. Keines der 18 Kinder wies in der Kardio-MRT Veränderungen auf, die nach den aktuali­sierten Lake Louise-Kriterien auf eine Myokarditis hindeuten würden. Die einzige Auffälligkeit war bei 3 Patienten (17 %) ein minimaler Perikarderguss, der jedoch keinen Einfluss auf die Herzfunktion ausübte. Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/128624/Post-COVID-Studie-findet-keine-Hinweise-auf-Myokarditis-bei-Kindern

Dennoch ist Post-Covid auch bei Kindern und Jugendlichen ein Thema!Post Covid betrifft nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche. Das zeigte eine Auswertung von Versichertendaten durch das Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) und der Universitätsmedizin in Dresden, des Instituts für angewandte Gesundheitsforschung Berlin (ingef), des Robert-Koch-Instituts (RKI) und anderer. Unter Post COVID werden längerfristige, mindestens 3 Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion fortbe­stehende oder neu hinzukommende Krankheitssymptome und gesundheitliche Einschränkungen zu­sammen­gefasst. Ungeklärt ist bisher jedoch, wodurch sich Post COVID genau auszeichnet und wie viele Menschen davon betroffen sind.

Untersuchungsdesign und Auswertung einer entsprechenden Studie: Datenbasis der Studie sind Abrechnungsdaten der Jahre 2019 und 2020 von rund 38 Millionen gesetz­lich Versicherten verschiedener Krankenkassen. In die Analyse gingen Daten von mehr als 150.000 Personen mit labormedizinisch nachgewiesener COVID-19-Erkrankung im ersten Halbjahr 2020 ein, darunter fast 12.000 Kinder und Jugendliche. Für jede infizierte Person haben die Wissenschaftler fünf nicht infizierte Versicherte in die Studie einge­schlossen, die hinsichtlich Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und Nachbeobachtungszeit vergleichbar waren. Infizierte und Nichtinfizierte wurden hinsichtlich 96 vorab festgelegter Symptome und Erkrankun­gen verglichen, die 3 Monate nach Infektions- beziehungsweise Einschlussdatum neu dokumentiert wur­den. Die Auswertungen zeigen, dass bei Erwachsenen, aber auch bei Kindern und Jugendlichen, mehr als 3 Monate nach COVID-19-Diagnose häufiger neue Symptome und Erkrankungen diagnostiziert wurden als bei vergleichbaren Personen ohne COVID-19-Diagnose. Die neu dokumentierten Diagnosen betreffen physische und psychische Erkrankungen. Bei Kindern und Jugendlichen mit COVID-19 lag die Häufigkeit neu dokumentierter Diagnosen um rund 30 % höher als bei Kindern ohne COVID-19-Diagnose. Die Diagnoserate betrug bei Kindern mit COVID-19 rund 437 und bei Kindern ohne COVID-19-Diagnose circa 336. Quelle: Ärzteblatt

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